Gottes Bettler: Die Derwische in der Türkei

Gottes Bettler: Die Derwische in der Türkei„Zeige dich entweder so, wie du bist, oder sei, wie du dich zeigst.“ Eines der sieben Weisheiten des Sufi-Ordens wird von den tanzenden Derwischen derart perfekt dargestellt, dass die Touristen, welche den Zeremonien beiwohnen dürfen, sich danach fühlen, als hätten sie etwas Fundamentales vom Leben erfahren. Ohne etwas verstanden zu haben.

Das Kloster des Mevlewi-Derwischordens im türkischen Konya ist längst zum kulturellen Highlight jeder Türkeireise geworden – zu Recht. Denn die Berührung mit dem Sufi-Orden kann das Bild, welches die Westeuropäer vom Islam haben, nur positiv beeinflussen. So sollte ein Ausflug nach Konya mit ehrlichem Interesse auf jeder Türkei-Urlaubsliste stehen.

Die Lehren des Sufismus

Denn der Sufismus hält viele interessante Weisheiten bereit. Seine Angehörigen, die Derwische, versuchen, Gott so nahe wie möglich zu kommen. Das erreichen sie durch Askese und durch ihre berühmten Tänze. Der Sufi-Orden geht auf den persischen Dichter und Philosophen Mevlânâ Celâleddîn Rûmî zurück, welcher heute in Europa vor allem für seine Liebeslyrik bekannt ist. Seine Schrift „Matnavi“ ist heute eine der einflussreichsten Schriften des Sufi-Ordens. Diese enthält ihre Weisheiten, an welche sich die Derwische des Sufi-Ordens auch heute noch versuchen zu halten.

Die Weisheiten des Sufi-Ordens predigen Toleranz, Großzügigkeit, Bescheidenheit, Güte und Echtheit. An diese versuchen sich die Derwische auch heute noch streng zu halten. Ein zentrales Mittel dabei ist ihr Tanz: Denn in diesem kommen sie Allah und dessen Weisheit und Botschaften am nächsten.

Der Tanz der Derwische wird Sema-Zeremonie genannt. Er beruht auf einer Drehbewegung, mit der die Derwische ihr Selbst vergessen wollen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass bei dem Tanz die Planeten und die Sonne symbolisiert werden. In der Zeremonie werden die Umhänge, welche das irdische Dasein darstellen, abgeworfen und die Derwische verfallen in eine Art Trance, welche sie Allah näher bringt.

Kulturelle Besonderheiten in Konya

Derwische gibt es in der gesamten islamischen Welt, aber der Tanz der Derwische ist einzigartig für die Anhänger des Mevlevi-Ordens. Die drehenden Derwische sind 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen worden. Ihr Programm, welches teils festgelegt ist und teils jedes Mal neu improvisiert wird, kann in Konya von Besuchern miterlebt werden.

Konya, die achtgrößte Stadt der Türkei, liegt in der türkischen Provinz Anatolien und zeichnet sich insgesamt durch ihre hohe Religiosität aus. Frauen ohne Kopftücher sind in Konyas Straßen kaum zu erblicken. Hier lässt sich die Welt des Islams also sehr gut erforschen. Neben dem Beiwohnen an einer Zeremonie der tanzenden Derwische ist auch ein Besuch des Mevlewi-Museums empfehlenswert.  Hier ist unter anderem der kleinste existierende Koran ausgestellt.

Die Türkei ist nach wie vor eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. So hat eine Analyse des online-Anbieters lastminute.de ergeben, dass Berlin als Städtereise, aber das türkische Antalya als Strandurlaub 2012 am beliebtesten war – europaweit. Dementsprechend gibt es eine sehr große Auswahl an Türkei Reisen des Reiseanbieters. Vor allem kurzfristig sind die Preise fast genauso faszinierend wie die Tänze der Derwische im türkischen Konya: „Über Silvester gibt es eine Woche Antalya ab 286 Euro“, verspricht Jörg Burtscheidt, Geschäftsführer von lastminute.de, in seinem Blog.

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